Über Pfoten-Tagebuch
In der ersten Nacht hat der Hund durchgehend geheult. Ich stand um halb drei in der Küche, scrollte durch Foren, und überlegte ob ich meine Freundin Lena anrufen und ihr den Hund zurückgeben sollte. Sie war aber gerade nach Wien gezogen. Das war der Grund, warum ich ihn jetzt hatte.
Ich bin Hannah, 29, Grafikdesignerin in Berlin. Vor einem Jahr habe ich einen zweijährigen Mischlingshund übernommen, weil meine Freundin Lena für einen neuen Job umziehen musste und den Hund nicht mitnehmen konnte. Ich hatte noch nie einen Hund. In der ersten Woche hat er in der Wohnung gepinkelt, bei jeder Hundebegegnung auf der Straße ausgerastet, und die Nachbarn haben zweimal an die Tür geklopft wegen des Bellens.
Ich habe gegoogelt, was alle in dieser Situation googeln: "Hund hört nicht auf mich". Und bin in der Welt der Hundeerziehung gelandet, in der gefühlt jeder eine andere Meinung hat, jeder Kurs das einzig wahre System verspricht, und ich als Anfängerin nicht weiß wo ich anfangen soll.
Ich mache gerade meinen zweiten Onlinekurs. Den ersten habe ich nach drei Wochen abgebrochen, weil mir die Methode für meinen Hund nicht gepasst hat. Ich schreibe alles auf: was ich in der Einheit gelernt habe, was davon in der Praxis funktioniert hat, was nicht, wie der Hund an verschiedenen Tagen drauf ist. Das hilft mir den Überblick zu behalten und anderen Anfängern vielleicht zu ersparen, was ich durch Ausprobieren lernen musste.
Was Pfoten-Tagebuch ist: ein Tagebuch von einer Erstbesitzerin die noch mittendrin ist. Keine abgeschlossenen Ratschläge, sondern ehrliche Updates was gerade funktioniert und was nicht. Mein Vermieter weiß übrigens bis heute nicht, dass ich einen Hund habe. Das ist eine eigene Geschichte.
Ich bin keine Hundetrainerin und keine Verhaltensexpertin. Bei ernsteren Problemen ist ein professioneller Trainer vor Ort immer die bessere Wahl. Das schreibe ich, weil ich es ernst meine.
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